Kinderwunsch

Unfruchtbarkeit (Sterilität)

Man spricht üblicherweise von Sterilität, wenn innerhalb von 1-2 Jahren bei bestehendem Kinderwunsch und regelmäßigem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Primäre und Sekundäre Sterilität

Eine primäre Sterilität liegt dann vor, wenn bei einer Frau noch nie eine Schwangerschaft aufgetreten ist; eine sekundäre Sterilität, wenn bereits einmal eine Geburt oder Fehlgeburt eintrat. Unter Infertilität versteht man die mangelnde Fähigkeit eine Schwangerschaft auszutragen. Bei ca. 1-4 % der in Mitteleuropa geborenen Kinder werden reproduktionsmedizinische  Hilfen in Anspruch genommen.  Etwa jedes 6. Paar hat Schwierigkeiten Kinder zu bekommen.

Ursachen der Unfruchtbarkeit

Statistisch gesehen liegen die Ursachen der Sterilität zu etwa 40% bei der Frau, zu 40% beim Mann und zu 20% bei beiden. Gründe für eine tendenzielle Zunahme der Sterilität vermutet man in der Verschiebung des Kinderwunsches in spätere Lebensabschnitte und möglicherweise auch in verschiedenen Umweltfaktoren. Damit bekommt die Reproduktionsmedizin in den letzten Jahren eine wachsende Bedeutung, nicht nur für den Kinderwunsch der betroffenen Familien, sondern auch für das gesamte Fach der Frauenheilkunde. Wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen konzentrieren sich immer öfter auf diesem Gebiet, da noch viel Neuland zur wissenschaftlichen Evaluierung zu finden ist.

Reproduktionsmedizin

Die Reproduktion ist ein Teilgebiet der Medizin und beschäftigt sich mit der natürlichen und assistierten Fortpflanzung und ihren Störungen (Fertilitätsstörungen).
Reproduktive Operationen sind ein wesentlicher Teil der Reproduktionsmedizin, bei dem die notwendige chirurgische Intervention, die Vorbehandlung dazu, aber auch die anschließenden fertilitätserhaltenden Maßnahmen durchgeführt werden. Die Kenntnis des Situs ist nicht nur für eine differenzierte postoperative Hormonbehandlung notwendig, sondern auch für die Wahl, welche Form der anschließenden Reproduktionshilfen gewählt werden muss.  In diesem Zusammenhang sollte auch ein weiterer Schwerpunkt in der Zukunft, das „Ovarian Tissue Banking“ erwähnt werden. Zunehmend wird von jüngeren onkologischen Patientinnen die Frage gestellt, ob sie nach erfolgreicher Therapie eines Krebsleidens den Kinderwunsch realisieren können und dies ist mit der Entnahme von Eierstockgewebe vor einer Strahlen- oder Chemotherapie möglich, um das Gewebe für spätere Befruchtungen zu erhalten.

Im folgenden Abschnitt wird  ein kurzer, allgemeiner Überblick über die häufigsten Störungen der Fertilität gegeben. Die Abklärung von Kinderlosigkeit kann manchmal – abhängig von der Störung – durchaus komplex sein. Die Beurteilung der individuellen Probleme kann meist nur durch einen spezialisierten Arzt/Ärztin vorgenommen werden. Bei vielen Paaren kann trotz eingehender Untersuchung keine Ursache der Kinderlosigkeit gefunden werden. Trotzdem kann eine entsprechende Therapie erfolgreich sein.